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Beikost bitte nicht zu früh!
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Beikost bitte nicht zu früh!

Beikost bitte nicht zu früh!

Allergien und kein Ende: Jedes fünfte Kind in Deutschland leidet heute an einer allergischen Erkrankung. In jeder Schulklasse sind zwei Kinder asthmakrank, in jeder Kindertagesstätte hat jedes zehnte Kind Neurodermitis und jeder vierte Teenager quält sich mit irgendeiner Form von Heuschnupfen. Diese Zahlen nannten Experten jüngst auf einer Tagung der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin in München. Angesichts dieser alarmierenden Situation wird die Vorbeugung schon im Baby- und Kleinkindalter immer wichtiger.
In den ersten Monaten ist es nicht schwer ein Baby optimal und allergiebewußt zu ernähren: Langes und ausreichendes Stillen, möglichst über sechs Monate hinweg, versorgt das Baby (mit Ausnahme von Vitamin D) mit allen Nährstoffen, die es zum Wachsen und Gedeihen benötigt.
Sind allergische Erkrankungen in der Familie bekannt, sollten Babys, die nicht mehr oder nicht mehr voll gestillt werden, ausschließlich mit einer hypoallergenen (H.A.) Flaschennahrung gefüttert werden, und zwar ebenfalls für die Dauer der ersten sechs Monate.

Keine Eier und keine Nüsse!

Vor Ende des fünften Monats ist meist keine Beikost nötig, betont die Fachgesellschaft der auf Allergien spezialisierten Kinder- und Jugendärzte in ihrem neuesten Positionspapier.
Einzige Ausnahme: „Nur wenn es nicht anders möglich ist, kann nach vier Monaten mit einer Beikost, die über ein geringes Sensibilisierungspotential verfügt, begonnen werden. Zum Beispiel Reis, Karotten, Kartoffeln, Birnen und Äpfel. Das ganze erste Jahr sollte auf Nahrungsmittel wie Eier, Fisch, Zitrusfrüchte, Nüsse und Frischmilch verzichtet werden.”
Als ebenfalls wenig allergisierend haben sich Puten- sowie Rind- und Kalbfleisch erwiesen. Am häufigsten reagieren Babys im ersten Lebensjahr auf Hühnereiweiß, gefolgt von Kuhmilch.

Schon wieder Karotten? Super!

Die ersten Beikostmahlzeiten, die ein Baby bekommt sollten nur ganz wenige Zutaten enthalten und zwar solche, die von Natur aus selten Allergien hervorrufen.
In zwei großen Untersuchungen bei deutschen Babys (GINI-Studie und MAS-Studie) wurden bis zum Ende des ersten Lebensjahres keine Sensibilisierungen gegen Karotten gefunden, obwohl alle untersuchten Kinder schon Karotten zugefüttert bekommen hatten.
Ebenfalls äußerst gering war die Sensibilisierungsrate gegen Kartoffeln, Birnen und Äpfel.
Auch wenn es Eltern manchmal gegen den Strich geht, ihrem Baby immer das Gleiche zu füttern: Im Breialter brauchen Babys noch keine große Abwechslung!
Die Devise lautet: Weniger ist mehr. Je behutsamer und langsamer neue Beikostbestandteile in den Speiseplan eingeführt werden, um so weniger wird das Immunsystem des Kindes irritiert.
Eine Studie in Neuseeland hat ergeben: Kinder, die zu früh Beikost bekamen und dabei mehr als vier unterschiedliche Nahrungsmittel erhielten, erkrankten deutlich häufiger an einer Neurodermitis als Babys mit einer „langweiligeren” Ernährung.
Es lohnt sich also, die Inhaltsangaben auf dem Babygläschen genau zu lesen (Zeitschrift für Kinder- und Jugendgesundheit, Ratgeber der Kinder- und Jugendärzte, Herausgeber: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V., 3. Jahrgang, Heft 4, Dezember 2005)


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